Form und Schliff eines Diamanten als Qualitätsmerkmal

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Von der Anordnung der Facetten bis hin zur Qualität des Schliffes.

Diamanten gibt es in den verschiedensten Größen, Qualitäten, und natürlich Formen. In welche Form ein Diamant geschliffen wurde und auch die Qualität dieses Schliffes sind maßgeblich für das Funkeln des Steins. Deshalb ist der "Cut" neben Carat (Karat-Gewicht), Clarity (Reinheit) und Color (Farbton) eines der vier wichtigen Qualitätsmerkmale eines Diamanen (4C).

Die Qualität des Schliffes eines Diamanten hat direkten Einfluss auf seine Brillianz.

Wenn es um die Form eines Diamanten geht, muss zwischen rund, oval, tropfenförmig, und so weiter unterschieden werden. Die Qualität des Schliffes allerdings misst, wie gut die Facetten gearbeitet und arrangiert sind. Das GIA untersucht für seine Diamant-Zertifikate nur die Schliffqualität von runden Steinen. Zu allen anderen Formen gibt es im GIA-Zertifikat lediglich Informationen zu Symmetrie und Politur.

Vom Rohstein zum funkelnden Diamant

Über tausende von Jahren hinweg verwandeln großer Druck und enorme Hitze im Erdinneren das Element Kohlenstoff in Diamant. Ausbrüche von Magma an die Erdoberfläche reißen die Diamanten mit sich. Die "rohen", ungeschliffenen Diamanten werden vor allem in den "CARBS"-Ländern gefunden: Canada, Australien, Russland, Brasilien und Südafrika.

Doch wie wird entschieden, in welche Form ein Rohdiamant geschliffen wird?

Das Karat-Gewicht ist ein wichtiger Einflussfaktor auf den Preis eines Diamanten. Während man den Farbton und die Reinheit von Rohdiamanten nicht beeinflussen kann, so kann man zumindest versuchen, nicht all zu viel vom Diamanten "wegzuschleifen". Ein Stein wird deshalb meist in die Form geschliffen, die der Form des Rohdiamanten am ähnlichsten ist. So geht am wenigsten Karat-Gewicht verloren.

Die Anatomie eines Diamanten

Über die Zeit haben sich verschiedene Edelstein-Schliffe etabliert. Jeder Schliff zeichnet sich durch die charakteristische Anordnung seiner Facetten aus.

  • Facetten: Die kleinen Ebenen an der Oberfläche eines Edelsteins
  • Tafel: Die große Facette an der Oberseite
  • Girdle (auf Deutsch "Rondiste"): Der Reif kleiner Facetten an der breitesten Stelle des Edelsteins
  • Pavillon: Die spitze Unterseite des Edelsteins
  • Krone: Die meiste flachere Oberseite des Edelsteins oberhalb der Rondiste
  • Culet (Kulette): Die Spitze der Unterseite
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Diamant-Formen – beliebte Schliffe

Der runde oder auch Brillant-Schliff gilt als die klassische und auch beliebteste Diamant-Form. Alle anderen Formen werden „fancy cuts“, also ausgefallene Schliffe, genannt. Es gibt eine ganze Palette an beliebten Formen, in die Diamanten häufig geschliffen werden mit einer jeweils typischen Anordnung von Facetten:

  • Rund geschliffene Diamanten sind die mit Abstand beliebteste Form und gelten als Klassiker.
  • Ovale Diamanten sind mit ihrer länglichen Form eine beliebte Alternative zum klassischen runden Schliff.
  • Smaragd-Schliff: Auf Englisch emerald cut genannt, ist einer der elegantesten Schliffe.
  • Radiant-Schliff: Eine eckige Diamantform, die durch zahlreiche Facetten hohe Brillanz erlangt.
  • Princess-Schliff: Ebenso eine eckige Diamantform, die sich in der Anordnung der Facetten vom Radiant-Schliff unterscheidet.
  • Tropfen-Schliff: Der "pear cut" gleicht einem glitzernden Tropfen.

Die „cut grade“-Skala

Die Skala der GIA zur Einstufung von Diamant-Schliffen reicht von exzellent bis mangelhaft. Jede der Stufen dazwischen steht für bestimmte Merkmals-Gruppen:

  • Excellent – exzellent: Der Diamant hat ein gleichmäßiges Muster von hellen und dunklen Stellen und erreicht hohe Bewertungen hinsichtlich aller Bestimmungsfaktoren.
  • Very good – sehr gut: Das Verhältnis dunkler und heller Stellen ist immer noch sehr gut.
  • Good – gut: Ein suboptimales Verhältnis von hellen und dunklen Stellen setzt die gesamte Einschätzung des Schliffes herab. Eine relativ flacher Pavillon-Winkel bedingt einige dunkle Flächen.
  • Fair – angemessen: Ein relativ flacher Pavillon-Winkel ist mit einem ebenfalls flachen Kronen-Winkel kombiniert. Infolge fehlt es dem Diamanten an Tiefe und Helligkeit.
  • Poor – schlecht: Eine recht dicke Rundiste trägt einen großen Teil zur gesamten Tiefe bei. Deshalb ist der Durchmesser um einiges kleiner, als bei einem Diamanten des jeweiligen Karat-Gewichtes zu vermuten wäre. Die Einstufung des Schliffes ist daher durch nicht optimale Gewichtsverteilung eingeschränkt.

Wie gut sollte die Beurteilung des Schliffes eines Diamanten mindestens sein?

Wie schon erwähnt hängt das Funkeln eines Diamanten Großteils von dessen Schliff ab. Wenn ein Stein ausgesucht werden soll, ist daher fraglich, welcher Stufe dieser mindestens genügen sollte. Wie Sie den Schliff bei der Auswahl eines Diamanten richtig mit einbeziehen, können Sie hier lesen.

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